
Lesung von Günter Grass - mit dabei: das Wortmuseum
Anlässlich der Ausstellung „Günter Grass - Grafiker, Bildhauer, Schriftsteller“ las der Nobelpreisträger aus Lübeck am 8.- und 9. Januar 2011 im Braunschweiger Martino Katharineum aus seinem neuen Buch „Grimms Wörter - eine Liebeserklärung“.
Das 350 Seiten starke Werk ist nicht nur eine glühende Liebeserklärung an Jacob und Wilhelm Grimm, die Schöpfer des 32-bändigen Deutschen Wörterbuchs, sondern gleichermaßen eine Hommage an die deutsche Sprache. Nach Verlagsangaben stellt Grass sich in seinem neuen Buch „ganz sinnlich“ vor, wie die Brüder es anstellten, alle Wörter zu sammeln, die die eigene Sprache her gibt: von A wie Anfang bis Z wie Zettelkram. Insgesamt fanden in Braunschweig drei Lesungen statt, die mit 1200 Teilnehmern restlos ausverkauft waren.
Auf besondere Sprachschätze wurden die Besucher der Lesung bereits im Vorfeld im Foyer des Martino Katharineums aufmerksam gemacht: Das Wortmuseum stimmte die Besucher auf zwei „wortintensive“ Stunden mit Günter Grass ein.
In seinem Roman nutzt der Schriftsteller die Grimmsche Wörtersammlung und die Lebensumstände der beiden Brüder als Brücke in das eigene Leben. Grass erzählt vom Leben der beiden Grimms, ihren Familien, Verlegern, Freunden und Verächtern, und sinnt über Wörter, Sprache, Geschichte und Sprachgeschichte nach.
Im Anschluss an seine letzte Lesung am Sonntag überreichte Wortmuseumsdirektor Kay-Uwe Rohn dem Literatur Altmeister einen Stempel mit dem Wort „brandschatzen“ - eins von den 52 „Wortdenkmälern“ des Wortmuseums.



